Der KAB-Präsident Hans Gisler bei der Begrüssung

Die Teilnehmer der Einstiegsdiskussion (von links nach rechts): Arno Inauen, Geschäftsführer Garaventa, Michael Döring, Chief Nursing Officer, Luzerner Kantonsspital, Norbert Bischofberger, Redaktor und Moderator Sternstunde Religion SRF, Dolfi Müller, Stadtpräsident Stadt Zug

Thomas Wallimann, Leiter von ethik22 im Gespräch mit Prof. Hansjörg Diethelm, Studiengangsleiter Informatik, Hochschule Luzern. Prof. Diethelm erklärte dem Publikum, was Algorithmen sind, die Sprache der Maschinen.

Franziska Lang-Schmid, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz Höhere Fachschulen, referierte über Sucht und Sehnsucht im Kontext der digitalen Medien.

Die zahlreichen Teilnehmer des 13. Sozialtags bei den Gruppendiskussionen

Gabriela Scherer von Lasalle-Institut in der Diskussion mit Franziska Lang-Schmid

Nach den Gruppendiskussionen gab es zahlreiche interessante und aufschlussreiche und interessante Rückmeldungen von KAB-Männern…

Thomas Wallimann in der Abschlussdiskussion mit Fabienne Huber, Marketingleiterin Stanserhornbahn und Franziska Lang-Schmid.

Digitalisierung in der Praxis

 

Dolfi Müller, Stadtpräsident von Zug, Michael Döring, Chief Nursing Officer des Luzerner Kantonsspitals und Arno Inauen, Geschäftsführer der Garaventa AG diskutierten am Morgen unter der kundigen Gesprächsleitung von Norbert Bischofsberger, Moderator von Sternstunde Religion (SRF). Am Nachmittag stiess noch Fabienne Huber, Marketingleiterin der Stanserhornbahnen zur Diskussion.


Die Zuger zeigen sich innovativ. Sie akzeptieren Bitcoin, eine digitale Währung, für kleine Gebühren. Steuern könne man damit allerdings noch nicht bezahlen, meint Dolfi Müller lachend. In Planung ist auch eine digitale ID, die wie ein Pass funktioniert. Damit würde das Handeln im Internet einfacher und sie wäre auch für den Umgang mit Politik und Verwaltung praktisch.


Michael Döring sieht im Einsatz von Maschinen im Spitalwesen gute Einsatzmöglichkeiten: Etwa als Operations- oder Dolmetscherroboter und in der Verwaltung von Patientenakten. Für Döring birgt die Digitalisierung grosse Chancen für Effizienz und Qualität im Gesundheitswesen.


Arno Inauen berichtet von eindrucksvollen Seilbahnprojekten, die dank der Nutzung von Computern möglich wurden. Maschinen verbessern die internationale Vernetzung der Standorte, das Dienstleistungsangebot und die Fertigung. Dank maschineller Produktion können Abläufe optimiert und Arbeitsplätze in die Schweiz zurückgeholt werden.


Fabienne Huber von der Stanserhornbahn vertritt das Credo „Zukunft aus Tradition“. Begegnung mit Menschen, Freundlichkeit und der traditionelle Aussichtsberg werden mit technischer Innovation kombiniert. Die Digitalisierung dient der Hebung der Qualität des Angebots.


Doch jeder Fortschritt hat auch Schattenseiten. Als Problem nennen alle Referenten die Datensicherheit. Internet-Geld, heikle Daten und Pläne könnten geklaut werden. Datensicherung kostet viel Geld. Die Daten sollten in der Schweiz bleiben und es muss transparent sein, wer sie speichert. Es ist nicht ideal, sie den grossen Internetgiganten zu überlassen.

 

Algorithmen- Die Sprache der Maschinen


Wie funktioniert Digitalisierung eigentlich? Hans Jörg Diethelm, Professor für Informatik an der Hochschule Luzern, erklärte auf verständliche Weise, was ein Algorithmus ist. Es ist eine genaue Handlungsvorschrift, nach der ein Problem gelöst werden kann. Während die Teilnehmenden versuchten, den grössten gemeinsamen Teiler zweier einfacher Zahlen im Kopf auszurechnen, erstaunte der Referent sein Publikum mit Zahlen, welche Datenmengen ein mittelgrosser Computer in kürzester Zeit zu berechnen mag:

 

50 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde führt ein Intel 7-Prozessor aus. Rund 1.5 Milliarden Transistoren befinden sich auf dem Chip. Ab 300 Fr. erhältlich. Riesige Datenmengen lassen sich so per Computer bewältigen. Sind also Computer klüger als Menschen? Die Antwort lautet: nein. Der Computer ist Mittel zum Zweck. Er muss von denkenden Menschen programmiert und mit Daten gefüttert werden. Algorithmen an sich sind nicht kreativ. Hinter jeder Maschine steckt menschliche Kreativität.

 

Digitalisierung zwischen Faszination und Furcht


Franziska Lang-Schmid, Ökonomin und Psychotherapeutin, stellte die Frage, wie wir uns als Menschen in einer digitalen Welt verhalten. Auf der einen Seite bringt das Internet Bildung, Unterhaltung, Wohlstand und Arbeitsplätze in jede Ecke der Welt. Ein Paradies auf Erden dank vergöttlichter Technologie? Auf der anderen Seite stehen Überforderung vor einer Datenflut und die Angst, ein gläserner Mensch zu werden. Trotzdem liefern sich viele den Anforderungen des Netzes aus.

 

Zwei Mia. Nutzer von Facebook haben Angst, nicht mehr dazuzugehören, wenn sie das Gerät ausschalten. Internet kann zur Sucht werden und eine lange Präsenz auf sozialen Medien macht depressiv. Wer übernimmt die Verantwortung? Wie kann man Grenzen setzen? Hier sind wir gefragt. Zwischendurch müssen wir eine Auszeit vom Netz nehmen. Reale soziale Kontakte pflegen, uns mit Philosophie, Kultur und Religion beschäftigen und auch mal alleine sein und träumen, um die schöpferische Kraft der Seele in der Stille zu finden.

 

Nachmittäglicher Austausch in Gruppen


Das Thema Digitalisierung gab intensiv zu reden. Der Austausch der Teilnehmenden in Gruppen und in der abschliessenden Diskussion war enorm vielfältig: Auswirkungen der Digitalisierung, soziale Umwälzungen, Chancen und Nachteile, Freuden und Ängste. Besonders geschätzt wird der Zugang zu sozialen Kontakten und Informationen. Kritische Fragen stellten sich nach der Verlässlichkeit der digitalen Welt bei Unzulänglichkeiten in der Stromversorgung, die soziale Ausgrenzung von Menschen ohne Handy, sowie die Angst vor von Kultur und Identität.

 

Fazit: Jeder Einzelne sowie das Kollektiv ist verantwortlich für einen ethischen Umgang in der digitalen Welt. Wir gehen nicht mit Lösungen heim, aber mit dem Mut selbst etwas anzupacken. Es liegt an uns, Menschen zu bleiben und die Maschinen sinnvoll zu nutzen.

 

 

 

 

 

 

 


 

 ...und KAB-Frauen