Impulstag der KAB SG

 


 

 

Wichtig wäre Eintracht unter den Religionen.


Der offene Impulstag der Christlichen Sozialbewegung KAB SG stand unter dem Motto „Fremde Religionen fordern uns heraus".

 

Ist Gott Christ oder Jude, gehört er dem Islam oder gar dem Hinduismus oder Buddhismus an? In der säkularen und multireligiösen Schweiz ist Wissen um andere Religionen Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diesen Fragen ging Dr. theol. Thomas Markus Meier auf den Grund.

 

Seit dem letzten Konzil hat die Kirche zu allen Religionen ein positives Verhältnis. Sie lehnt nicht ab, was anderen Religionen wahr und heilig ist. Zu dieser umstrittenen Erklärung kam es, weil Johannes XXIII. nach der Shoa unbedingt Positives zum Verhältnis Christentum – Judentum sagen wollte.

 

Lineares oder zyklisches Weltbild.

 

Die Auslegeordnung der Weltreligionen zeigt die Verortung. Westlich des Hindukusch befindet sich der Ein-Gott-Glaube mit den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, mit linearem Weltbild, einem Anfang (Schöpfung) und einem Ende (Gericht). Östlich des Hindukusch sind Hinduismus und Buddhismus mit ihrem zyklischen Weltbild, einem ewigen Kreislauf. Dazu kommen die Sikhs, eine Mischung aus Islam und Buddhismus, der japanische Shinto-Glaube und als ältester Ein-Gott-Glaube Zoroastrismus, dem die Parsen anhangen.

 

Bewertung der verschiedenen Religionen.

 

Wie soll man sich zu anderen Religionen verhalten? Es gilt, das, was andere glauben, auf keinen Fall verächtlich zu machen. Dazu ein Zitat von Mark Twain: „Man kann eines anderen Götter ... nicht verehren, niemand erwartet das. Aber man kann den Glauben an sie respektieren".

 

Die Geistesgeschichte Europas kennt Religionsgespräche aus dem Mittelalter, deren Einsichten darauf hinausliefen, dass es eine! Religion in verschiedenen Riten gebe. „So wurde denn im Himmel der Vernunft die Eintracht der Religionen beschlossen", war das Fazit dieser Betrachtungen.

 

Herausforderung Islam.

 

Viel Raum beanspruchten Fragen zum gegenseitigen Lernen, wechselseitiger Inspiration und hilfreicher Kritik. Niemand hätte erwartet, wie nahe sich Bibel und Koran sind. Viele Suren sind biblisch inspiriert, Sure 1 ist dem „Vaterunser" ähnlich. Auch der Koran kennt ein Wetteifern um die guten Dinge.

 

In einer Einzelarbeit wurden Zitate der Bibel oder dem Koran zugeteilt, was gar nicht einfach war. Viele lagen daneben und verwechselten Bibel und Koran. Man konnte dadurch die Verwandtschaft der beiden heiligen Bücher erkennen.

 

Abschliessend stellte der Referent fest, dass vor allem die Eintracht unter den Religionen wichtig wäre. Es gehe nicht darum, Recht zu haben, sondern darum, recht zu leben.

 

Theodor Looser / Norbert Ackermann