Bildungstag der KAB AG

 

Samstag, 3. November 2018 

im Pfarreizentrum Lenzburg

 

Afrika - ein Kontinent zwischen Hoffnung und Krise

mit unabsehbaren Folgen für Europa

 

Mehr Wissen über Afrika

 

 

Auftritt der Afrika-Band aus Wohlen AG

 

 

 

 

(bi.) Der traditionelle Bildungstag der KAB Aargau stand am 3. November unter dem Motto: „Afrika - ein Kontinent zwischen Hoffnung und Krise mit unabsehbaren Folgen für Europa". Referenten waren Christian Winter EDA Bern, früher Regionalkoordinator Afrika/Naher Osten; Dr. Armin Fust, Maschineningenieur, war für die Elsy Amsler-Stiftung in Kenia tätig; Victor Nondjock-Ackle, Agrarwirtschaft Schweiz, früher in Kamerun; Alexia Knezovic, Programmverantwortliche Afrika für Brücke-Le pont, Fribourg und Pfr. Dr. Anthoney Chukwu, Priester aus Kenia, Pfarreileiter in Baar/Zug.

 

Das kath. Pfarreizentrum in Lenzburg bot beste Voraussetzungen für die 62 Teilnehmenden. Eine Bereicherung war beim Mittagessen im Alterszentrum der Auftritt der Afrika-Band von Harriet Suter aus Wohlen, welche auch für das Waisenkinderprojekt in Uganda die Webetrommel schlug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Einige Schwerpunkte und Stichworte aus Referaten, Podium und Diskussionsvoten: Weltweit grösstes Bevölkerungswachstum in Afrika. Jugendgeprägt, je nach Land ist die Hälfte der Bevölkerung unter 30 Jahren alt. Das ländliche Dorf gibt es auch, ist aber längst abgelöst von städtischen Ballungszentren wie z.B. Kapstadt, Lagos oder Nairobi. Es gibt „Musterstaaten" mit dynamischer Entwicklung in allen Bereichen aber auch viel Armut, Gewalt und „abgehängte Staaten", die zudem an der Geisel der Korruption und der Klüngelwirtschaft hängen. Viele ermutigende Entwicklungsprojekte werden weiter gefördert die sehr praxisbezogen und menschennah sind. Scharfe Kritik galt der ineffizienten Bürokratie in vielen Ländern und der von der Lebens- und Alltagswirklichkeit abgehobenen „Mercedes-Oberschicht".

 

Als drastisches Beispiel wurde Kamerun erwähnt, das den 82-jährigen Staatschef als Folge der zerstrittenen Opposition wieder auf 7 Jahre wählte, obwohl er oft monatelang in ausländischen Residenzen logiert. Wo bleibt die bitter notwendige Kontrolle über die Geldzuflüsse, das Projektmanagement und die mitmenschliche Verantwortung? Die Fluchttragödie in Europa hat ihre Wurzeln in afrikanischen Staaten, in welchen die Jugend wenig Hoffnung und keine Perspektive mehr sieht. Die besten Kräfte für den Aufbau im Heimatland gehen so verloren und fehlen für eine gute Entwicklung vor Ort. Die interessante und geradezu aufwühlende Tagung in Lenzburg lässt sich für uns mit der einfachen Folgerung zusammenfassen: „Mehr Wissen über Afrika" und führt rasch zu den Wurzeln der tragischen Völkerwanderung, die unabsehbaren Folgen für Europa hat. Jedes noch so kleine aber auf die Menschen zugeschnittene Entwicklungsprojekt ist ein Funke Hoffnung.